Seit das Coronavirus die Welt in eine Krise gestürzt hat, geht eine andere Krise leicht vergessen: die «Klimakrise». Viel wird derzeit darüber diskutiert, wie das eine das andere beeinflusst: Wird das Coronavirus am Ende zum Segen für das Klima? Wird sich das Verhalten der Menschen im Alltag nachhaltig verändern? Oder verschieben sich die Prioritäten nun zuungunsten des Klimaschutzes?

 

Infolge der Coronakrise wird für das laufende Jahr eine weltweite Reduktion der CO2-Emissionen von 8 Prozent vorhergesagt. «Das ist etwas mehr, als nötig wäre, um die erwartete Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen», schreibt die NZZ. Doch um dieses Ziel zu erreichen, müsste ein solcher Rückgang jährlich wiederkehren. Der Artikel zeigt weiter die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Corona- und Klimakrise auf. Die Klimawissenschaftlerin Sonia Seneviratne etwa vergleicht wegen Corona überfüllte Spitäler mit einer Erderwärmung von 2 Grad: Beides seien Ereignisse, durch die sich die Folgen für das Leben auf der Erde verschlimmern dürften.

 

Der Klimatologe Reto Knutti sieht eine weitere Parallele zur Pandemie darin, dass es Regeln braucht, die für alle gelten. In einem Interview im Tages Anzeiger fordert er klare politische Rahmenbedingungen: Verbote, Lenkungsabgaben, CO2-Steuern. Der Journalist und Historiker Marcel Hänggi vom Verein Klimaschutz Schweiz weist in einem Interview gegenüber der Klima-Allianz neben Gemeinsamkeiten auch auf einen grossen Unterschied hin: Das Wissen zur Klimakrise sei sehr viel solider als das über das Virus. Es sei also in der Klimakrise einfacher, das Richtige zu tun, als in der Corona-Pandemie.

 

Andrea Burkhardt, Leiterin der Abteilung Klima beim Bundesamt für Umwelt, geht davon aus, dass die Schweiz trotz der Pandemie-Massnahmen das Klimaziel für 2020 nicht erreichen wird, wie sie gegenüber SRF sagt.